Konzept

Kollegial, kritisch und gleichberechtigt – so lässt sich das literarische Fachgespräch im Rahmen des Autorenworkshops charakterisieren. Teilnehmende und Jury verfolgen das gemeinsame Ziel, sich fundiert über die Konzeption und Machart der Texte sowie deren Wirkung auszutauschen. Dabei geht es unter anderem um Inhalte, Strukturen und Sprache, Figurenzeichnung und Handlungsaufbau. Der genaue Blick in den Text soll die Diskussion konkret und nachvollziehbar machen. In der Irseer Pegasus-Runde bündeln sich literarisches Wissen und Schreiberfahrung. Die Autor/innen erwartet daher die seltene Gelegenheit, eine Vielzahl kompetenter Rückmeldungen zu ihren Texten zu erhalten. Außerdem verlangt der Irseer Pegasus die genaue Lektüre fremder Texte und hält zur kritischen Diskussion darüber an. Auf Fairness, Respekt und Sachorientierung wird dabei immer geachtet.  

Der Autorenworkshop versteht sich aber nicht nur als Forum für den kritischen Umgang mit literarischem Schreiben, er eröffnet auch die Möglichkeit, die Situation einer literarischen Lesung vorzubereiten und praktisch einzuüben. Das Selbermachen und anderen Zusehen kann die Scheu vor dieser Situation nehmen oder Sensibilität dafür schaffen, was beim lauten Vorlesen von Texten wirkungsvoll ist und wie man sich in der Rolle des Lesenden angemessen präsentiert.

Die Autor/innen sollen aus der Teilnahme am Irseer Pegasus Nutzen für ihr schriftstellerisches Handwerk ziehen. Zum Autorendasein gehört heute auch der direkte Kontakt mit dem Publikum in Lesungen. Dieser Anforderung des Literaturbetriebs trägt das Autorentreffen Rechnung. Der Irseer Pegasus ist daher eine profunde Weiterbildungsmöglichkeit für angehende Schriftsteller/innen.

Zur Teilnahme am Irseer Pegasus werden 18 Bewerberinnen und Bewerber eingeladen, die nach Auffassung der Jury schriftstellerisches Talent haben und in deren Texten ein eigener Ton anklingt. Durch die Voraussetzung mindestens einer Buchpublikation in einem soliden Verlag (oder entsprechende Veröffentlichungen) spricht das Autorentreffen jene Schreibenden an, die schon die ersten Schritte in den Literaturbetrieb unternommen haben. 

Jury

Dr. Ulrike Draesner, Autorin von Romanen, Erzählungen und Gedichten, Essayistin und Übersetzerin, Berlin. Im Jahr 2018 vertreten durch Nora Bossong, Schriftstellerin und Beisitzerin im Präsidium des PEN-Zentrum Deutschlands, sie lebt in Berlin.

Dr. Sylvia Heudecker, Studienleiterin der Schwabenakademie Irsee (Projektleiterin).

Dr. Thomas Kraft, Vorsitzender des Verbands Deutscher Schriftsteller (VS) in Bayern, Autor, Lektor, Herausgeber, Herrsching am Ammersee. 

Markus Orths, Autor von Romanen, Erzählungen und Hörspielen, Karlsruhe. 

Die Jury legt jährlich das Thema des Autorentreffens fest und entscheidet über die Zulassung zum Irseer Pegasus. Sie vergibt darüber hinaus den Jurypreis. Die Konzeption des Rahmenprogramms liegt ebenfalls in ihren Händen.

Ablauf

Die zugelassenen Autorinnen und Autoren lesen ihre eingereichten Texte in der Gruppe vor. Die Reihenfolge des Vorlesens wird durch das Los bestimmt. Eine Gruppierung nach Gattungen erfolgt nicht. Die Lesezeit ist auf 15 Minuten beschränkt. Anschließend diskutieren die anderen Autor/innen und Mitglieder der Jury 20 Minuten über den jeweiligen Text. Die Gesprächleitung im Workshop übernehmen die Jurymitglieder.